Ein GTA-V-Mod fügt 235 simulierte Flock-Kameras in Los Santos ein, die Spieler verfolgen und Verstöße der Polizei melden. Das Projekt thematisiert die wachsende Kritik an den realen Überwachungskameras in den USA.
Der Modder WTTDOTM hat mit „Grand Theft Automated License Plate Reader" ein Mod-Projekt veröffentlicht, das 235 simulierte Flock-Kameras zu Grand Theft Auto V hinzufügt. Die virtuellen Kameras fotografieren Fahrzeugkennzeichen, verfolgen Spieler und melden Verstöße an die Polizei. Spieler können die Geräte zerstören und das aufgezeichnete Bildmaterial speichern und teilen.
Flock Safety ist ein privates Überwachungsunternehmen, das nach Angaben des Modders über 100.000 Kameras in den USA betreibt. Die 235 Kameras im Mod entsprechen etwa einem Zehntel der in Los Angeles County installierten Systeme. Das Unternehmen wirbt damit, dass seine Systeme der Polizei bei der Verbrechensbekämpfung und beim Auffinden gestohlener Fahrzeuge helfen.
Allerdings gibt es erhebliche Bedenken bezüglich des Datenschutzes und des Missbrauchs. Kritiker warnen vor Überwachung von Personen ohne Tatverdacht und fordern bessere polizeiliche Kontrolle. Eine Washington-Post-Untersuchung dokumentierte mindestens 69 Polizeibeamte, die des Missbrauchs von Flock oder ähnlichen Systemen beschuldigt oder verurteilt wurden. In Texas stoppte Gouverneur Greg Abbott die staatliche Finanzierung der Kameras.
Das Mod-Projekt reiht sich in eine lange Tradition von Spieler-Modifikationen ein, die Spiele erweitern oder verändern. Der Metro-Mod für Cyberpunk 2077 wurde beispielsweise so beliebt, dass der Entwickler CD Projekt Red später ein offizielles U-Bahn-System basierend darauf integrierte.