Die europäische Finanzaufsichtsbehörde ESMA hat lizenzierten Kryptobörsen in der EU auferlegt, nicht-konforme Stablecoin-Dienste einzustellen. Obwohl keine konkreten Token genannt werden, richtet sich die Regelung primär gegen Tethers USDT.
Die ESMA hat eine Stellungnahme veröffentlicht, die EU-regulierte Kryptobörsen dazu verpflichtet, ihre Stablecoin-Angebote an die MiCA-Standards anzupassen oder abzubauen. Die Regelung betrifft insbesondere Stablecoins, die nicht den neuen europäischen Regularien für Kryptoassets entsprechen und somit keinen Emittenten mit entsprechender Lizenz haben.
Marktbeobachter deuten die Maßnahme als gezielter Schlag gegen USDT, den weltweit meistgehandelten Stablecoin. Tether hat bislang keine MiCA-Lizenz in der EU erhalten und könnte daher auf europäischen lizenzierten Handelsplattformen schrittweise vom Angebot genommen werden. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf den europäischen Kryptohandel haben, da USDT eine zentrale Handelspaarung darstellt.
Die ESMA konkretisiert damit die Durchsetzung der im Dezember 2023 in Kraft getretenen MiCA-Verordnung. Börsen haben eine Übergangsfrist, müssen sich aber grundsätzlich an die neuen Vorgaben halten. Alternative Stablecoins mit MiCA-Konformität könnten damit an Bedeutung gewinnen.