Die europäische Finanzaufsichtsbehörde ESMA warnt vor zunehmenden Verbindungen zwischen Kryptomärkten und traditioneller Finanzwirtschaft. Besondere Bedenken bestehen bei tokenisierten Aktien und Prognosemärkten, die neue Risiken wie Marktmanipulation mit sich bringen.
Die ESMA hat in ihrem aktuellen Risikobericht auf die wachsende Verflechtung zwischen dem Kryptomarkt und der etablierten Finanzwirtschaft hingewiesen. Obwohl tokenisierte Aktien derzeit noch einen verschwindend geringen Anteil am globalen Aktienmarkt ausmachen, gewinnen sie zunehmend an Bedeutung. Die Regulatoren befürchten, dass neue Marktteilnehmer und Infrastrukturen die bestehende Marktstruktur grundlegend verändern könnten.
Ein weiterer Schwerpunkt der ESMA-Warnung liegt auf Prognosemärkten, die als aufstrebendes Risiko identifiziert wurden. Die Behörde weist darauf hin, dass der Einsatz von Kryptowährungen in diesen Märkten die Aufdeckung von Insiderhandel, Wash Trading und koordinierter Marktmanipulation erheblich erschwert. Diese Phänomene sind in dezentralisierten und pseudonymen Systemen schwerer zu erkennen als in traditionellen Finanzmärkten.
In den USA ist ein intensiver Regulierungskonflikt um Prognosemärkte entbrannt. Die CFTC beansprucht die ausschließliche Zuständigkeit über bundesweit regulierte Eventkontrakte, während mehrere Bundesstaaten versuchen, Glücksspielgesetze anzuwenden. Bereits 20 Staaten sind in Rechtsstreitigkeiten verwickelt, und eine Petition an den Supreme Court könnte letztendlich entscheiden, ob Bundes- oder Bundesstaatenbehörden die Kontrolle über diese Märkte haben.