Eine Sicherheitslücke in der Email-Plattform Brevo ermöglichte es Angreifern, in 138 Kundenkonten einzudringen und Phishing-Emails an hundertausende Nutzer von Hardware-Wallets und Krypto-Tools zu versenden. Trezor, BitBox und CoinTracking waren betroffen.
Ein Angreifer nutzte eine Schwachstelle im Login-System von Brevo aus, um auf mehrere Kundenkonten zuzugreifen. Dabei exploitierte der Täter eine fehlerhafte Autorisierungsgrenze: Er erstellte ein eigenes Brevo-Konto, aktivierte Single Sign-On und lud legitime Brevo-Nutzer ein. Das System sollte den Zugriff auf diese einzelne Organisation beschränken, gewährte aber fälschlicherweise Zugang zu allen Organisationen, die die eingeladenen Nutzer erreichen konnten.
Trezor bestätigte, dass die Phishing-Email mit dem Betreff „Critical Security Alert: STM32 Entropy Vulnerability" an 347.000 Newsletter-Abonnenten versendet wurde. Die Email enthielt einen Link zu einer App, die Wallet-Backups anforderte. Das Unternehmen deaktivierte die Domain innerhalb von 20 Minuten auf DNS-Ebene, doch etwa 2.500 Nutzer hatten die Seite zuvor aufgerufen. Trezor behandelt nun alle 347.000 Email-Adressen als potenziell kompromittiert und warnt vor weiteren Phishing-Versuchen.
Auch BitBox und CoinTracking wurden durch die Sicherheitslücke in Mitleidenschaft gezogen. Beide Unternehmen versicherten, dass nur Email-Adressen und minimale Metadaten in den Brevo-Konten gespeichert waren – keine Wallet-Recovery-Phrasen oder Kundendaten. Dennoch wurden die betroffenen Nutzer benachrichtigt und aufgefordert, keine Links aus den verdächtigen Emails zu folgen.