Die europäische Finanzaufsicht ESMA verpflichtet lizenzierte Kryptoplattformen, Stablecoins ohne MiCA-Zulassung bis zum 8. Januar 2027 abzuwickeln. Nutzer können ihre Bestände noch bis dahin verkaufen, umtauschen oder auszahlen.
Die europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA hat mit ihrer Stellungnahme vom 8. Oktober 2026 klare Vorgaben geschaffen: Lizenzierte Kryptoplattformen müssen die Annahme von nicht MiCA-konformen Stablecoins beenden. Kundeneinlagen in solchen Tokens sollen spätestens bis zum 8. Januar 2027 abgewickelt werden. Besonders betroffen sind die größten Stablecoins wie Tethers USDT und PayPal USD (PYUSD), die bislang keine MiCA-Zulassung erhalten haben.
Während der Übergangsfrist bleibt Inhabern eine Reihe von Optionen offen: Sie können ihre Bestände verkaufen, in zugelassene Stablecoins oder andere Kryptowährungen umwandeln, auf persönliche Wallets auszahlen oder auf alternative Plattformen transferieren. Neue Käufe, Bewerbung und regulärer Handel sind ab sofort nicht mehr zulässig. Um ungünstige Konditionen bei der Zwangsabwicklung zu vermeiden, sollten Nutzer proaktiv handeln und nicht bis Januar warten.
Da es sich um eine Empfehlung an nationale Aufsichtsbehörden handelt, können die praktischen Abwicklungsmodalitäten je nach Plattform und EU-Mitgliedstaat unterschiedlich ausfallen. Einige Börsen haben bereits vor der ESMA-Stellungnahme USDT für europäische Kunden eingeschränkt. Nutzer sollten daher die aktuelle Kommunikation ihrer jeweiligen Plattform beobachten, da der effektive Stichtag möglicherweise früher liegt.