Ein Open-Source-Toolkit namens REA verbindet KI-Coding-Agenten mit Reverse-Engineering-Tools und ermöglicht es Entwicklern, Software zu analysieren und nachzubauen – ohne den Original-Code zu berühren. Das Projekt explodierte innerhalb weniger Tage von unter 10.000 auf über 100.000 GitHub-Stars.
REA (Reverse Engineer Anything) funktioniert wie ein universeller Adapter zwischen KI-Modellen wie Claude und professionellen Reverse-Engineering-Tools wie Ghidra. Nutzer können damit komplexe Software analysieren, indem sie KI-Agenten auf ein Programm ansetzen und diese dann von der Benutzeroberfläche bis hinab zum binären Code ermitteln, wie eine Funktion arbeitet. Das Tool funktioniert mit Desktop-Anwendungen, Android-Apps und Websites.
Die Technologie nutzt Anthropics Model Context Protocol (MCP) als Vermittler zwischen den KI-Systemen und den Reverse-Engineering-Tools. Dadurch entsteht eine rechtliche Grauzone: Da der Entwickler den Original-Code nicht liest und stattdessen eine ähnlich funktionsfähige Alternative von Grund auf neu entwickelt, bewegt sich das Projekt in einer legalen Grauzone. REA selbst liefert keinen eigenen Decompiler mit – es verbindet lediglich bestehende Tools intelligent.
Erste Anwendungen zeigen kuriose Ergebnisse: Entwickler haben bereits Games gemischt (Spider-Man in Arkham City, Minecraft-Kreaturen in Elden Ring) und arbeiten an inoffiziellen Ports wie einer GTA-V-Version für iPhone. Auch Adobe-Alternativen in Rust entstehen durch diesen Ansatz – ein Trend, der Software-Ökosystem und Geschäftsmodelle fundamental verändern könnte.