Der Vermögensverwalter Grayscale argumentiert, dass Bitcoin möglicherweise bereits seinen Tiefpunkt erreicht hat – allerdings nur wenn die Federal Reserve keine weiteren Zinserhöhungen vornimmt. Das Unternehmen lehnt die traditionelle Vier-Jahres-Zyklus-Theorie ab und betrachtet Bitcoin stattdessen als makroökonomischen Vermögenswert.
Grayscale-Forschungschef Zach Pandl veröffentlichte am Mittwoch eine Analyse, die zwei konkurrierenswerte Narrative zum aktuellen Bitcoin-Markt gegenüberstellt. Das erste Narrativ, das Pandl ablehnt, ist die sogenannte „Vier-Jahres-Zyklus"-Theorie. Diese Theorie verknüpft Bitcoin-Halbierungen mit Preisbewegungen und prognostiziert für den aktuellen Bärenmarkt ein Tief im September oder Oktober mit durchschnittlich 80% Wertverlust – was Bitcoin auf rund 50.000 Dollar drücken könnte.
Grayscale argumentiert hingegen, dass Bitcoin gereift ist und sich inzwischen wie Gold oder zinsensitive Technologieaktien verhält, nicht wie ein spekulativer Retail-Vermögenswert. Die Analyse verweist darauf, dass bisherige Bärenmärkte mit sinkendem Wirtschaftswachstum und steigenden Realzinsen zusammenhingen. Dieser Zusammenhang könnte erklären, warum ein Vier-Jahres-Zyklus diesmal nicht zwingend eintritt.
Als wichtigste Preiskatalysts für Bitcoin identifiziert Grayscale zwei unmittelbar bevorstehende Ereignisse: das Fed-Treffen am 29. Juli und die Abstimmung zum Clarity Act am 7. August im Senat. Bitcoin notiert aktuell um die 65.000 Dollar und hat sich von seinem Juli-Tief bei 57.717 Dollar bereits um über 10% erholt, während Spot-ETFs sieben Tage hintereinander Netto-Zuflüsse von knapp einer Milliarde Dollar verzeichneten.