Griechenland plant eine 10-prozentige Steuer auf Kryptowährungsgewinne und wird damit zum Steueroasen-Land der EU. Nur Zypern mit 8 Prozent unterbietet den griechischen Satz, während andere EU-Länder 25 bis 33 Prozent verlangen.
Griechenland führt als eines der letzten EU-Länder eine Besteuerung von Kryptogewinnen ein – allerdings deutlich niedriger als der europäische Standard. Das Finanzministerium hat einen Gesetzentwurf zur Konsultation veröffentlicht, der private Kursgewinne mit 10 Prozent besteuert und einen jährlichen Freibetrag von 500 Euro vorsieht. Damit positioniert sich Griechenland als eines der attraktivsten Länder für Krypto-Anleger in der EU.
In der europäischen Steuerlandschaft entsteht durch Griechenlands Satz eine erhebliche Spanne: Zypern führt mit 8 Prozent die Rangliste an, während Italien und Irland mit 33 Prozent am teuersten sind. Deutschland plant ab 2028 einen Satz von 25 Prozent, Frankreich erhebt bereits 30 Prozent, Österreich 27,5 Prozent. Der Unterschied von über 20 Prozentpunkten zwischen Griechenland und anderen Ländern könnte zum entscheidenden Standortvorteil für Trader werden.
Der Entwurf sieht vor, dass Besteuerung erst bei Umwandlung in Euro oder Ausgaben stattfindet, während der direkte Tausch zwischen Kryptowährungen steuerfrei bleibt. Verluste können über fünf Jahre vorgetragen werden. Hintergrund der Reform ist die neue EU-Richtlinie DAC8, die seit Januar 2026 Krypto-Dienstleister zur Meldung von Transaktionsdaten verpflichtet. Griechenland bietet zudem eine Amnestie für freiwillige Erklärungen bereits realisierter Gewinne an.