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Markt12. Oktober 2026

ESMA-Kompromiss: Deutsche Börse bleibt unter nationaler Aufsicht

Die EU-Finanzminister haben sich auf eine Bündelung der Wertpapieraufsicht bei der ESMA geeinigt, lassen aber große Handelsplätze wie die Deutsche Börse unter nationaler Kontrolle. Dies hat auch Auswirkungen auf die künftige Regulierung von Krypto-Märkten in Europa.

Die vorläufige Einigung der EU-Finanzminister vom 9. Oktober sieht vor, die Überwachung der Wertpapiermärkte künftig bei der European Securities and Markets Authority (ESMA) zu zentralisieren. Allerdings bleiben einige der größten Handels- und Post-Trade-Institute von dieser Verschiebung ausgenommen – darunter die Deutsche Börse. Kommissarin Maria Luís Albuquerque kritisierte den Kompromiss, da er die Governance schwäche und die Aufsicht komplexer und teurer mache.

Durch die Ausnahmeregelung bleibt ein erheblicher Teil des europäischen Handelsvolumens weiterhin unter nationaler Aufsicht. Für deutsche Anbieter und Handelsplätze ändert sich dadurch faktisch wenig: Sie unterstehen bereits heute den nationalen Behörden und werden dies nach aktuellem Stand der Verhandlungen auch künftig tun. Die Kommission hat bereits signalisiert, einen ehrgeizigeren Vorschlag anzustreben.

Für den Kryptomarkt könnte die Reform dennoch erhebliche Folgen haben. Die ESMA prägt die EU-Krypto-Regulierung bereits heute entscheidend mit – zuletzt durch Vorgaben zu Stablecoins und Sicherheitsanforderungen unter MiCA. Eine stärkere Zentralisierung der Wertpapieraufsicht würde diese regulatorische Linie deutlich schlagkräftiger machen. Die endgültige Verabschiedung des Pakets hängt noch von der Zustimmung des EU-Parlaments ab.

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