Ein Firmware-Fehler in Coldcard-Geräten führte zum Diebstahl von etwa 70 Millionen Dollar in Bitcoin. Binance-Gründer CZ warnt daraufhin eindringlich: Auch Hardware-Wallets sind nicht zu 100 Prozent sicher und sollten nicht blind vertraut werden.
Ein kritischer Fehler in Coldcard-Wallets vom März 2021 hat zu massiven Verlusten geführt. Statt die privaten Schlüssel über den Hardware-Zufallsgenerator zu erzeugen, griff die fehlerhafte Firmware auf einen Software-Fallback zurück – wodurch die Schlüssel deutlich leichter zu erraten waren. Laut Galaxy Research wurden insgesamt 1.196 Adressen innerhalb von 41 Minuten am 30. Juli geleert, mit einem Gesamtschaden von etwa 1.082,65 Bitcoin (rund 70,2 Millionen Dollar). Das ist fast doppelt so viel wie die ursprüngliche Schätzung von 38 Millionen Dollar.
CZ betonte in einem Post auf X, dass selbst etablierte Wallets mit langer Geschichte nicht fehlerfrei sind. Er empfahl Nutzern, ihre Bestände auf mehrere Wallets zu verteilen, um das Risiko zu minimieren – räumte aber gleichzeitig ein, dass auch diese Strategie Kompromisse mit sich bringt und kein System vollständig sicher ist. Sein Fazit: „Nothing is 100%" und „Stay SAFU!" (eine Anspielung auf Binances Sicherheitsphilosophie).
Coinkite hat notfall-Updates bereitgestellt und betroffene Nutzer aufgefordert, neue Seeds zu generieren. Das Unternehmen betont, dass ein einfaches Firmware-Update bereits kompromittierte Seeds nicht repariert. Die gestohlenen Bitcoin wurden kurz nach dem Raub in wenigen Adressen konsolidiert und sind seitdem nicht bewegt worden. Der Vorfall unterstreicht, dass auch etablierte Hardware-Lösungen regelmäßig überprüft werden sollten und eine ausschließliche Abhängigkeit von einer einzelnen Lösung problematisch ist.