Ein Firmware-Fehler der Hardware-Wallet Coldcard aus dem Jahr 2021 führt zu massiven Diebstählen von Bitcoin. Galaxy Research dokumentiert bereits 88,6 Millionen Dollar Verluste über tausende Adressen hinweg und warnt, dass alle betroffenen Geräte vollständig geleert werden könnten.
Der Coldcard-Exploit ist noch immer aktiv. Galaxy Research hat inzwischen über 88,6 Millionen Dollar an gestohlenen Bitcoin identifiziert, die sich über 4.585 Adressen in drei Wellen verteilen. Dabei wurden insgesamt etwa 1.367 Bitcoin abgeräumt. Der Sicherheitsforschungsfirma zufolge handelt es sich um ein systematisches, wahrscheinlich durch ein KI-Sprachmodell orchestriertes Vorgehen der Angreifer.
Der Grund für die Sicherheitslücke liegt in einem Firmware-Update aus März 2021: Coldcard-Geräte generierten in dieser Version Seed-Phrasen mit viel zu wenig Zufälligkeit, wodurch private Schlüssel erraten werden konnten. Forscher warnen, dass alle Single-Signature-Adressen, die nach diesem Update erstellt wurden, letztendlich geleert werden – es sei nur eine Frage der Zeit. Bemerkenswert ist, dass die betroffenen Gelder teilweise jahrelang ungenutzt waren, bevor sie gestohlen wurden.
Die Sicherheitsvorfälle haben eine ungewöhnliche Reaktion ausgelöst: Viele Nutzer verstecken ihre Bitcoin zur Sicherheit wieder auf zentralisierten Börsen wie Coinbase oder Binance – ein Verstoß gegen das Bitcoin-Leitprinzip „not your keys, not your coins". Experten empfehlen betroffenen Nutzern dringend, ihre Guthaben sofort zu sicheren Adressen zu transferieren.