Bitcoin ist nach überraschend hohen US-Inflationszahlen volatil angestiegen und nähert sich der 80.000-Dollar-Marke. Die Daten haben zu erhöhten Zinserhöhungserwartungen und beispiellos hohen Anleiherenditen geführt.
Der Bitcoin-Kurs ist am Freitag nach der Veröffentlichung der August-Inflationsdaten des US-Verbraucherpreisindex (CPI) unter Druck geraten und zunächst auf 76.000 Dollar gefallen. Allerdings folgte eine schnelle Erholung: BTC/USD legte um mehr als 3 Prozent zu. Die CPI-Daten kamen mit 3,4 Prozent im Jahresvergleich erwartungsgemäß aus, doch der Kernindex stieg überraschend um 0,3 Prozent monatlich – 0,1 Prozent über der Prognose. Die Energiepreise zogen deutlich an, getrieben durch die geopolitischen Spannungen im US-Iran-Konflikt und steigende Ölpreise um die 100-Dollar-Marke.
Die Marktreaktion war nervös und volatil. Die 30-jährigen US-Anleiherenditen schnellten zunächst auf das höchste Niveau seit Juni 2004 nach oben, bevor sie auf 5,309 Prozent zurückfielen. Parallele stieg die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Federal Reserve um 0,25 Prozentpunkte beim September-Treffen am 16. September auf 85 Prozent an – eine Woche zuvor lag sie noch bei 60 Prozent.
Analysten warnen jedoch vor Gegenwind für Bitcoin-Käufer. Das Handelsunternehmen QCP Capital weist darauf hin, dass hohe Anleiherenditen ohne wirtschaftliches Wachstum die schlechteste Kombination für Bitcoin darstellen: „Ein konkurrenzfähiger Leitzins von 5 Prozent ohne Wachstumsperspektiven ist für Bitcoin ungünstig." Dies bremst die bullischen Erwartungen, trotz des 25-Prozent-Aufstiegs im August.