Nach dem Skandal um manipulierte Ledger-Geräte eines Southeast-Asian-Resellers reduziert Trezor seine Vertriebspartner als Vorbeugungsmaßnahme. Das Unternehmen betont, dass seine Sicherheitsmechanismen bislang vor dieser neuartigen Angriffsmethode schützen konnten.
Der Ledger-Skandal offenbarte eine bislang unbekannte Angriffsmethode: Der autorisierte Reseller CryptoBilis vertrieb manipulierte Hardware-Wallets, in denen ein nicht-autorisierten Hardware-Implantat eingebaut war. Dieses Implantat las Informationen vom Bildschirm aus und übermittelte diese über Mobilfunknetze an Angreifer – ohne die Firmware zu verändern. Sicherheitsexperten schätzen den Gesamtschaden auf 72 bis 86 Millionen US-Dollar.
Trezor reagiert auf die Vorfälle durch eine Reduktion seiner autorisierten Reseller. Das Unternehmen versichert, dass seine integrierten Sicherheitschecks speziell entwickelt wurden, um Fälschungen und manipulierte Firmware zu erkennen. Nach Aussage von Trezor ist diese spezifische Angriffsmethode bislang nicht bei Trezor-Geräten in der Praxis aufgetreten. Auch MediaMarkt kündigte an, alle Ledger-Produkte aus seinen Verkaufskanälen zu entfernen.
Um das Risiko zu minimieren, empfiehlt Trezor Nutzern, Hardware-Wallets direkt vom Hersteller zu kaufen und dabei das Siegel auf Unversehrtheit zu prüfen. Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme wird die Verwendung von Multisignatur-Wallets mit Geräten verschiedener Hersteller empfohlen, damit ein kompromittiertes Gerät allein keine Transaktionen durchführen kann.