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Regulierung06. September 2026

Stablecoins brauchen Banken zum Wachsen

Entgegen ursprünglichen Erwartungen werden Stablecoins nicht das Bankensystem umgehen, sondern bauen tiefer in es ein als je zuvor. Institutionelle Zahlungsströme beginnen und enden in Fiat-Währungen – Stablecoins regeln nur die mittlere Phase des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs.

Der institutionelle Zahlungsverkehr folgt einer klaren Struktur mit drei Etappen: Geld bewegt sich zunächst in der lokalen Währung des Absenders, durchquert dann die Grenze – hier übernehmen Stablecoins die schnelle On-Chain-Abwicklung – und landet schließlich in der lokalen Währung des Empfängers. Während Stablecoins die mittlere Etappe in Sekunden statt Tagen abwickeln können, bleiben Ein- und Ausstieg zwingend bankgebunden. Unternehmen wie Stripe (Kauf von Bridge) und Standard Chartered bauen diese bankenzentrierte Architektur bewusst aus.

Die Realität widerspricht damit der ursprünglichen Krypto-Vision massiv. Von den 208 Billionen Dollar globaler grenzüberschreitender Zahlungen wurden 2025 nur etwa 390 Milliarden Dollar tatsächlich über Stablecoins abgewickelt – weniger als 0,02 Prozent. Die meisten Billionen-Volumina entstehen durch Bots und Handelstransaktionen, nicht durch echte Unternehmungszahlungen.

Stablecoins werden daher nicht als Banking-Ersatz, sondern als Effizienz-Layer innerhalb des bestehenden Bankensystems funktionieren. Bankkonten für Gehälter, Rechnungen und Kapitalflüsse sind unverzichtbar und werden es bleiben. Die kritische Frage für Anbieter lautet: Welche Bankinfrastruktur verbindet zuverlässig mit welchen Settlement-Schienen – und wer hat die Tiefe, um institutionelle Volumen zu halten?

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