Die US-Regulierungsbehörde SEC bereitet einer Medienmitteilung zufolge eine Ausnahmeregelung vor, um den Handel mit tokenisierten Aktien zu ermöglichen. Die Maßnahme soll Finanzinklusion fördern, stößt aber auch auf Widerstand innerhalb der SEC und bei Branchenexperten.
Nach Informationen von Cointelegraph plant die SEC eine sogenannte "Innovation-Ausnahmeregelung" für den Handel mit tokenisierten Aktien. Dadurch könnten Privatanleger künftig digitalisierte Anteile von börsennotierten Unternehmen wie Nvidia, Google und Tesla handeln – auch ohne traditionelles Brokerage-Konto. Die Crypto-Börse Bullish, angeführt vom früheren NYSE-Präsidenten Tom Farley, hat ihre Tokenisierungs-Kapazitäten bereits gestärkt und erwarb dafür die Transferstelle Equiniti für 4,2 Milliarden Dollar.
Befürworter argumentieren, dass die Technologie Millionen Menschen Zugang zu globalen Kapitalmärkten eröffnet, die sonst ausgeschlossen wären. Allerdings gibt es auch Bedenken: Brett Redfearn, Präsident der Tokenisierungs-Plattform Securitize, warnt vor möglichen Fragmentierungsproblemen, wenn Drittanbieter Aktien ohne Beteiligung des Emittenten tokenisieren. Dies könnte zu Unsicherheiten über den tatsächlichen Wert der Anteile führen.
Auch innerhalb der SEC selbst gibt es Widerstände gegen die Ausnahmeregelung. Zudem haben Unternehmen wie OpenAI und Anthropic unauthorized tokenisierte Aktien ihrer Gesellschaft bekämpft. Der Branchenkonsens deutet darauf hin, dass eine klare rechtliche Grundlage wie der geplante CLARITY Act notwendig ist, damit etablierte Wall-Street-Firmen Tokenisierung vollständig annehmen werden.