Ein US-amerikanisches Bundesgericht in Michigan hat entschieden, dass Sportprognose-Märkte wie Polymarket nicht als Finanzderivate unter der Aufsicht der US-Regulierungsbehörde CFTC fallen. Das Urteil stärkt die Position der Bundesstaaten, die solche Wetten als illegales Glücksspiel einstufen wollen.
Richter Paul L. Maloney vom Bundesgericht im Westen Michigans lehnte Polymarkets Antrag auf einstweilige Verfügung gegen die Behörden des Staates Michigan ab. Das Unternehmen hatte argumentiert, dass seine Sportprognosen unter die föderale Aufsicht der CFTC fallen sollten – die Richter wies diese Sichtweise jedoch deutlich zurück und bestätigte, dass Sportprognosen keine Finanzderivate darstellen.
Die CFTC unter der Trump-Administration hatte zuletzt aggressiv geltend gemacht, dass sie aufgrund des Dodd-Frank Act von 2010 die Befugnis zur Regulierung von Prognose-Märkten besitze. In seinem Urteil kritisierte Richter Maloney diese Position scharf: Eine so breite Auslegung von Derivaten würde Aktivitäten erfassen, die traditionell unter staatliche Jurisdiktion fallen – eine Neuinterpretation des Dodd-Frank Acts, die nicht der ursprünglichen Absicht nach der Finanzkrise entspreche.
Das Thema sorgt landesweit für Rechtsstreitigkeiten zwischen Bundesstaaten und Prognose-Markt-Plattformen. Der zuständige Sixth Circuit Court of Appeals wird sich im nächsten Monat mit der Materie befassen – möglicherweise führt der Fall schließlich bis zum US-Obersten Gerichtshof.