Nach dem Coldcard-Exploit mit 130 Millionen Dollar Schaden warnt Ledger die Branche vor unzureichenden Sicherheitsstandards. Der Hersteller betont, dass künstliche Intelligenz die Entdeckung von Schwachstellen beschleunigt und Hardware-Wallets daher auf zertifizierte Zufallszahlengeneratoren angewiesen sind.
Der Coldcard-Exploit offenbart ein kritisches Sicherheitsproblem in der Hardware-Wallet-Industrie. Coinkite gab bekannt, dass ein Bug in der Firmware von März 2021 dazu führte, dass Recovery-Phrasen über einen Software-Fallback statt des Hardware-Generators erstellt wurden. Dies machte private Schlüssel erraten- und stehlbar. Nach Angaben von Ledger-CTO Charles Guillemet zeigt der Vorfall, dass die gesamte Sicherheit einer Hardware-Wallet von der Qualität ihrer Zufallsgenerierung abhängt – Implementierungsfehler können dabei erhebliche finanzielle Konsequenzen haben.
Ledger betont, dass seine eigenen Geräte nicht betroffen sind, da sie Recovery-Phrasen ausschließlich über einen zertifizierten Hardware-Sicherheitschip generieren, ohne Software-Fallback. Das Unternehmen warnt jedoch davor, dass offene Quellcodes allein keine Sicherheit garantieren: Der Coldcard-Bug lag über fünf Jahre sichtbar vor, bis ein Angreifer künstliche Intelligenz nutzte, um ihn zu finden.
Die rasante Entwicklung von AI-gestützten Hackertools zwingt die Sicherheitsbranche zum Umdenken. Guillemet zufolge können Angreifer nun Code „mit Maschinengeschwindigkeit" scannen und Schwachstellen identifizieren. Die Verteidigung müsse mit demselben Tempo erfolgen – durch Sicherheit „by Design", Hardware-Lösungen und mathematische Grundlagen statt nur durch Code-Reviews.