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Markt26. September 2026

Krypto-Regulierung: Von Congress zu den Behörden

Nach dem Scheitern des Clarity Act im US-Senat übernehmen Finanzregulierungsbehörden die Gestaltung der Krypto-Politik. SEC, CFTC und Federal Reserve haben innerhalb weniger Tage neue Regelwerke vorgelegt, die ein fragmentiertes Regelungsgeflecht schaffen.

Der US-Senat lehnte den Clarity Act ab – eine seit über einem Jahr geplante Marktstrukturgesetzgebung, die umfassende Regeln für den Kryptomarkt hätte schaffen sollen. Die Abstimmung endete mit 49 zu 50 Stimmen, weit entfernt von den erforderlichen 60 Stimmen. Zentrale Streitpunkte waren Bestimmungen zu ethischen Standards in Zusammenhang mit Geschäftsaktivitäten des amtierenden Präsidenten. Der Gesetzgebungsprozess gilt damit vorerst als gescheitert.

Das Scheitern des Gesetzes führte jedoch nicht zu einem Stillstand, sondern zu einer Umlagerung der regulatorischen Verantwortung. Innerhalb von 48 Stunden kündigten mehrere Bundesbehörden eigene Regelwerke an: Die SEC führte eine „Innovation Exemption" für digitale Vermögenswerte ein, die den Handel mit tokenisierten US-Aktien ohne Börsenregistrierung ermöglicht. Die CFTC erteilte gleichzeitig Entlastungen für Wallet-Anbieter, und die Federal Reserve veröffentlichte Kapitalanforderungen für Stablecoin-Emittenten.

Branchenvertreter haben sich mit dieser dezentralisierten Regulierungslandschaft abgefunden, sehen darin aber auch Risiken. Behördliche Regelwerke lassen sich langsamer umsetzen und sind leichter vor Gericht anzufechten als Gesetze. Zudem könnten künftige Administrationen solche Regeln wieder rückgängig machen. Dennoch gilt der Weg über die Regulierungsbehörden derzeit als realistischer als das Warten auf ein umfassendes Gesetz.

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