Die Krypto-Branche und Gemeinschaftsbanken führen einen intensiven Lobbying-Kampf um den US-Clarity Act, der die Regulierung digitaler Vermögenswerte festlegen soll. Vor einer entscheidenden Senatsvotierung am 15. September mobilisieren beide Seiten ihre Unterstützer in den Heimatstaaten von Senatoren.
Der US-Senat plant für den 15. September eine Abstimmung über den Clarity Act, der bundesweit einheitliche Regeln für digitale Vermögenswerte schaffen soll. Die Aufsicht würde zwischen der Securities and Exchange Commission (SEC) und der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) aufgeteilt. Während der August-Pause haben beide Interessensgruppen verstärkt auf Senatoren in deren Heimatstaaten eingewirkt – durch Meetings, Veranstaltungen, Stellungnahmen in Lokalzeitungen sowie Anrufe und Werbung.
Die Coinbase-unterstützte Advocacy-Gruppe Stand With Crypto, eigenen Angaben zufolge mit 3 Millionen Unterstützern, verzeichnete im August knapp 50.000 Anrufe und E-Mails an Kongressmitglieder. Die Blockchain Association organisiert unter dem Dach „Clarity for America" zusätzlich Kontaktaktionen von Einzelpersonen und Unternehmen. Insgesamt haben Krypto-Gruppen bereits mindestens 190 Millionen Dollar für Lobbying vor den Midterm-Wahlen im November ausgegeben.
Gleichzeitig führt die Independent Community Bankers of America (ICBA) ihre Gegenkampagne vor. Sie organisiert Meetings zwischen lokalen Bankern und Senatoren und schaltet Fernsehwerbung. Der Hauptstreitpunkt ist die Zinsgewährung auf Stablecoins: Banken befürchten, dass Krypto-Plattformen damit Einlagen abziehen könnten. Die ICBA fordert ein robustes Verbot von Stablecoin-Renditen, um das traditionelle Bankensystem zu schützen, das jährlich 4,1 Billionen Dollar an lokale Kreditvergabe bereitstellt.