Anthropics Claude-KI-Modell hat einen kritischen Schwachpunkt im HAWK-Verschlüsselungsverfahren entdeckt und damit die Sicherheit um die Hälfte reduziert. Das Ergebnis zeigt, dass Bitcoin und andere Netzwerke ihre Migration zu quantenresistenten Algorithmen beschleunigen müssen.
Die KI-gestützte Attacke dauerte etwa 60 Stunden und kostete rund 100.000 Dollar an Rechenleistung. Sie offenbarte einen Fehler im HAWK-Algorithmus, der als potenzieller Ersatz für heutige digitale Signaturen in Banken und Online-Zahlungen vorgesehen war. Dadurch sank der notwendige Rechenaufwand für einen Angriff dramatisch von etwa 2^64 auf 2^38 Operationen – ein massiver Sicherheitsverlust nach zwei Jahren bestandener Expertenprüfung.
Während Bitcoin und Ethereum derzeit nicht betroffen sind, da beide elliptische Kurven-Signaturen nutzen, verdeutlicht der Fund einen alarmierende Trend: Klassische kryptografische Angriffe verbessern sich rasant. Der Proposal BIP-361 warnt daher vor einem schließenden Migrationsfenster und argumentiert für beschleunigte Übergänge zu quantenresistenten Verfahren, um nicht in eine Sicherheitslücke zu geraten.
Bitcoin-Entwickler haben bereits Vorkehrungen getroffen. BIP-360 spezifiziert drei von NIST standardisierte Alternativen zu HAWK und bietet bewusst mehrere Algorithmen, sodass Ausfalloptionen bestehen, falls eines der Verfahren später kompromittiert wird. Dennoch erhöht Anthropics Ergebnis den Druck auf eine zeitnahe Implementierung dieser Schutzmaßnahmen.