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Markt24. September 2026

KI kann anonyme Accounts deanonymisieren – was Nutzer wissen sollten

Forscher haben ein KI-System entwickelt, das anonyme Online-Konten mit über 90% Genauigkeit echten Identitäten zuordnet. Der Prozess kostet nur wenige Euro pro Person und nutzt nur öffentlich verfügbare Daten – ein Zeichen, dass echte Anonymität im Internet zunehmend schwächer wird.

Wissenschaftler der ETH Zürich, des AI-Sicherheitsinstituts MATS und von Anthropic haben eine KI-Pipeline entwickelt, die anonymisierte Accounts automatisch deanonymisieren kann. Das System analysiert öffentliche Beiträge, extrahiert persönliche Merkmale wie Wohnort, Beruf oder Hobbys und gleicht diese mit echten Online-Profilen ab. In Studien mit Hacker News-Nutzern erreichte die Methode eine Erkennungsquote von 90 Prozent – ohne Hacking, Datenpannen oder andere illegale Methoden.

Das Verfahren basiert auf vier Schritten: Im ersten Schritt werden Informationen aus anonymen Posts extrahiert, dann werden diese in numerische Vektoren umgewandelt und mit bekannten Profilen abgeglichen. Ein stärkeres KI-Modell überprüft anschließend die besten Kandidaten kritisch, ähnlich wie ein manueller Ermittler. Abschließend bewertet das System sein Vertrauen in die Vorhersage, um Falschpositive zu vermeiden. Die Kosten für die Deanonymisierung liegen zwischen 1 und 4 Euro pro Person.

Die Studie wurde von der Ethikkommission der ETH Zürich genehmigt und die Forscher haben bewusst ihre Code-Prompts sowie alle identifizierten Personen nicht veröffentlicht. Dennoch warnen die Autoren: Das Konzept der „praktischen Anonymität" online ist überholt und Nutzer müssen ihre Bedrohungsmodelle für Online-Privatsphäre grundlegend überdenken.

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