Frankreichs Glücksspielregulator ANJ hat Internet-Provider angewiesen, Polymarket zu blockieren. Die Behörde stuft die Plattform als illegales Glücksspiel ein und bemängelt fehlende Schutzmaßnahmen sowie mangelnde Effektivität früherer Beschränkungen.
Die französische Autorité Nationale des Jeux (ANJ) ordnete am 16. Juli die Blockierung von Polymarket durch Internetdienstanbieter an. Damit behandelt die Behörde die Vorhersagemarkt-Plattform nicht als Finanzhandelsplatz, sondern als illegales Glücksspielportal. Grund für die Eskalation: Ein Finanzierungsverbot seit November 2024 hatte französische Nutzer nicht wirksam abgehalten – im Juni verzeichnete Polymarket in Frankreich 578.751 Besuche von über 205.000 eindeutigen Nutzern, die einfach VPNs zur Umgehung einsetzten.
Die ANJ kritisiert insbesondere die Live-Kursanzeige auf der Homepage, die als Bewerbung des unautorisierten Glücksspielangebots dient. Seit Februar 2026 klassifiziert die Behörde Vorhersagemärkte grundsätzlich als Glücksspiel, da sie süchtmachende Mechaniken, fehlende Einsatzlimits und keine Selbstausschlussmöglichkeiten bieten. Verstöße können mit Geldstrafen bis 100.000 Euro geahndet werden.
Polymarket ist nun in über 30 Ländern blockiert, darunter Schweiz, Polen, Belgien, Portugal, Spanien, Brasilien und Deutschland. Zusätzlich ermittelt die Pariser Cybercrime-Staatsanwaltschaft nach einem manipulierten Temperatursensor bei wetterabhängigen Wetten und untersucht einen französischen Trader, der 2024 mit Millionen-Positionen die US-Wahlmarktchancen beeinflusste.