Zehn europäische Finanzinstitute haben die Blockchain-Genossenschaft RL1 gegründet, um tokenisierte Vermögenswerte und digitales Geld auf einer gemeinsamen Plattform zu verwalten. Das private Netzwerk soll Fragmentierung im Bankensektor reduzieren und regulierte Finanztransaktionen effizienter gestalten.
RL1 wurde als europäische Genossenschaft in Luxemburg registriert und startete den Betrieb mit zehn Gründungsmitgliedern, darunter ABN AMRO, DekaBank, Natixis CIB und Crédit Mutuel. Die Gründer haben gleichberechtigte Stimmrechte bei der Netzwerk-Governance. Das private Blockchain-Netzwerk basiert auf Technologie des deutschen Fintechs SWIAT, das die Infrastruktur inzwischen der Genossenschaft übertragen hat.
Die Plattform wurde bereits drei Jahre in Produktion getestet und verarbeitete über 50 Transaktionen im Volumen von mehr als 700 Millionen Euro. Das Netzwerk ist auf institutionelle Anwendungsfälle ausgerichtet, etwa digitales Geld, tokenisierte Anleihen, Collateral-Management und Blockchain-basierte Abwicklung. RL1 verspricht, die Fragmentierung durch separate Distributed-Ledger-Systeme verschiedener Finanzinstitute zu verringern.
Henning Vollbehr, ehemaliger Managing Director von SWIAT, leitet RL1. Die staatlichen Entwicklungsbanken KfW und L-Bank unterstützen das Projekt weiterhin. Weitere Institutionen, einschließlich NatWest, befinden sich nach Angaben von RL1 in Beitrittsgesprächen.