Der CLARITY Act könnte rechtliche Konflikte zwischen Bundes- und Staatsbehörden bei der Regulierung von Prediction-Market-Plattformen lösen. Derzeit beansprucht die US-Rohstoffaufsichtsbehörde CFTC unter Vorsitzendem Michael Selig die alleinige Zuständigkeit für diese Märkte, was zu Klagen und Konflikten mit einzelnen Bundesstaaten führt.
Der CFTC-Vorsitzende Michael Selig hat seit seiner Bestätigung im Dezember die Position vertreten, dass die Behörde die "exklusive Jurisdiktion" über Prediction-Market-Plattformen wie Kalshi und Polymarket besitzt. Er argumentiert, dass die auf diesen Plattformen gehandelten Ereigniskontrakte als "Swaps" unter die Zuständigkeit der CFTC fallen. Allerdings ist Selig derzeit das einzige vom Senat bestätigte Mitglied in der normalerweise aus fünf Kommissaren bestehenden Führungsebene der Behörde.
Diese aggressive Haltung führte zu Konflikten mit einzelnen US-Bundesstaaten, die eigene Regulierungsbefugnisse geltend machen. Mehrere Staaten haben Klagen gegen Prediction-Market-Anbieter eingereicht, während der CFTC-Vorsitzende Kalshi anordnete, ein Urteil eines Michigan-Gerichts zu ignorieren. Rechtsexperten erwarten, dass einer oder mehrere dieser Fälle möglicherweise bis zum US-Supreme-Court gelangen werden.
Republikanische Senatoren treiben eine Abstimmung über den CLARITY Act voran und erwarten, den Gesetzentwurf bald vorzulegen. Der Act soll nicht nur die regulatorische Zuständigkeit klären, sondern auch strenge Ethik-Bestimmungen enthalten. Die Glücksspielindustrie forderte bereits, dass Ereigniskontrakte im Zusammenhang mit Sportwetten und Casino-ähnlichen Spielen explizit ausgeschlossen werden.