Die Fast-Food-Kette Chipotle testet eine Datenplattform des Unternehmens Palantir, um Lebensmittelsicherheitsrisiken in Restaurants zu bewerten. Palantir wurde ursprünglich mit Mitteln des CIA gegründet und verdient heute fast die Hälfte seiner Einnahmen durch Regierungsaufträge – unter anderem für die Verfolgung von Migranten durch die US-Einwanderungsbehörde ICE.
Chipotle pilotiert eine „Food Safety Risk Management Platform", die auf Palantirs Datenplattform Foundry basiert. Das System analysiert Inspektionsergebnisse von Gesundheitsbehörden, Schädlingsbekämpfungsberichte und Krankheitsfälle von Mitarbeitern – und vergibt daraus einen Risikoscore für jede Filiale. Nach Angaben von Chipotles Chief Corporate Affairs Officer Laurie Schalow soll die Plattform eine „konsistentere und zentralisierte Sicht auf Lebensmittelsicherheitsrisiken" bieten. Details wie Startdatum, Datenschutz oder Kundeneinsicht wurden nicht genannt.
Palantir wurde 2003 von Peter Thiel mitgegründet und erhielt 2005 seine erste bedeutende Finanzierung von In-Q-Tel, dem Venture-Capital-Arm der CIA. Das Unternehmen zählt seitdem zu den etablierten Datenanbietern für US-amerikanische Geheimdienste und das Pentagon. Heute stammen fast 50 Prozent von Palantirs Umsatz aus Regierungsverträgen, darunter ein 175-Millionen-Dollar-Auftrag der US-Armee für KI-gestützte Zielsysteme und eine Rolle bei der Verfolgung von Migranten durch das ImmigrationOS-System der Einwanderungsbehörde ICE.
Neben Chipotle nutzen bereits andere Großkonzerne wie Tyson Foods, General Mills und Wendy's Palantirs Datenplattform zur Verwaltung von Lagerbeständen. Für Chipotle-Mitarbeiter bedeutet dies, dass das gleiche Unternehmen, das das Pentagon bei Zielbestimmungen unterstützt, künftig Zugriff auf Aufzeichnungen von Krankmeldungen haben könnte – eine Tatsache, die Fragen zum Datenschutz und zur Verwendung dieser Informationen aufwirft.