Brasiliens größte Banken bauen ihre Kryptowährungs-Dienstleistungen massiv aus, während die Zentralbank erstmals klare Regulierungsregeln setzt. Der brasilianische Kryptomarkt ist 2025 auf rekordhöhe 98,7 Milliarden Dollar angewachsen – mehr als das Fünffache von 2020.
Die größten brasilianischen Finanzinstitute diversifizieren ihre Krypto-Portfolios: Itaú bietet 15 Kryptowerte an, Nubank sogar 28. Banco do Brasil hat seit Januar ein Bitcoin- und Ethereum-Angebot etabliert, das bereits über 2,1 Millionen Dollar an Transaktionen abwickelte. Allerdings halten diese Banken selbst keinerlei Kryptowerte in ihren Bilanzen – sie fungieren ausschließlich als Vermittler für Kundentransaktionen, wie Zentralbank-Dokumente vom März 2026 belegen.
Der Expansionsdrang der Kreditinstitute folgt einem deutlichen Regulierungswandel. Brasiliens Zentralbank verabschiedete 2022 einen rechtlichen Rahmen für Virtual Assets und konkretisierte diesen im November 2025 durch drei verbindliche Resolutionen. Diese schreiben Lizenzen, Mindestkapitalanforderungen und segregierte Kundenkonten vor – mit Stichtag 30. Oktober 2026. Die Resolution 521 behandelt Stablecoin-Transaktionen erstmals als Devisenvorgänge.
Nach Ansicht von Branchenexperten war diese regulatorische Klarheit ausschlaggebend für die Offensive der Banken. Das Wachstum des brasilianischen Kryptomarkts wird primär von Unternehmenstransaktionen getrieben, die 2025 etwa 98 Prozent des Gesamtvolumens ausmachten. Mit dieser Strategie positionieren sich die Banken früh in einem schnell wachsenden Segment – ohne dabei selbst erhebliche Risiken einzugehen.