US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am Dienstag Abflüsse von über 450 Millionen US-Dollar – der größte Tagesabfluss seit Juni. Parallel dazu zeigten auch Ether-ETFs mit 141,5 Millionen US-Dollar Nettoabflüsse, was auf eine nachlassende institutionelle Nachfrage hindeutet.
Die aktuellen Abflüsse aus Bitcoin- und Ether-ETFs markieren einen deutlichen Wendepunkt nach einer Phase relativer Stabilität. Bereits Anfang September deuteten sich die Schwierigkeiten an, als Bitcoin-ETFs innerhalb von drei Tagen 449 Millionen US-Dollar verloren. Die beschleunigte Abflussserie dieser Woche – mit täglichen Verlusten von 46 bis 283 Millionen US-Dollar – verstärkt den Verkaufsdruck auf beide Kryptowährungen erheblich.
Der Mechanismus dahinter ist unmittelbar: Wenn Anleger aus einem Spot-Bitcoin-ETF Anteile zurückgeben, ist der Emittent oft gezwungen, entsprechende Mengen an echtem Bitcoin zu verkaufen. Dies führt zu direktem Verkaufsdruck am Markt. Umgekehrt würden Zuflüsse die Fonds zum Kauf echter Bitcoin zwingen und so die Nachfrage ankurbeln.
Allerdings signalisieren die Daten keine vollständige Flucht aus Krypto-ETFs: Während Grayscales GBTC die Hauptlast der Rücknahmen trägt, verzeichnen die Spot-Bitcoin-Produkte von BlackRock und Bitwise weiterhin Zuflüsse. Dies deutet auf eine Umverteilung unter institutionellen Akteuren hin – weniger ein genereller Rückzug als vielmehr eine selektive Umschichtung. Entscheidend wird sein, ob sich die Abflüsse in den kommenden Handelstagen fortsetzen oder wieder ins Positive drehen.