Die Nachfrage von Retail-Investoren nach Bitcoin ist um 73 Prozent eingebrochen, während institutionelle Futures-Verkäufe zwei Milliarden Dollar überschritten. Dies deutet auf eine Verschiebung vom Spot- zum Futures-Markt hin und könnte ein Warnsignal für die aktuelle Bitcoin-Rallye sein.
Die monatlichen Bitcoin-Zuflüsse von Kleinanlegern (unter 1 BTC) an der Börse Binance sind dramatisch gesunken: Sie liegen nun bei durchschnittlich nur noch 314 BTC pro Monat. Zum Vergleich: Während des Bärenmarkts 2022 betrugen die Zuflüsse noch etwa 1.800 BTC, und beim lokalen Höchststand im März 2024 lag der Wert bei rund 1.200 BTC. Frühere Marktzyklen zeigten deutlich höhere Retail-Beteiligung mit Spitzenwerten von 5.400 BTC im Jahr 2018 und 2.600 BTC im Jahr 2021.
Ein Grund für diese Entwicklung liegt vermutlich in der Abwanderung von Kleinanlegern zu Spot-Bitcoin-ETFs, die eine Alternative zum direkten Halten auf Kryptobörsen darstellen. Die Nachfrage-Dynamik verschärft sich zudem durch sinkende Einzelhandels-Kaufkraft: Die 30-Tage-Veränderung der Retail-Nachfrage fiel von 7,39 Prozent auf nur noch 3,12 Prozent. Große Verkaufsvolumina unterstreichen den Druck: Am 15. Mai verzeichnete Binance ein Verkaufsvolumen von etwa 1,5 Milliarden Dollar, später folgte ein weiterer Ausverkauf über 1,1 Milliarden Dollar.
Besonders auffällig ist die fehlende Balance zwischen Spot- und Futures-Nachfrage. Bei früheren Kursgewinnen im Oktober und November 2024 sowie Mai 2025 stiegen beide Märkte parallel, mit Spot-Nachfragen zwischen 97.000 und 190.000 BTC. Diesmal zeigt sich ein anderes Bild: Die Futures-Nachfrage bleibt positiv bei +193.000 BTC (30 Tage), während die Spot-Nachfrage negativ bei -28.000 BTC ausfällt und seit 65 Tagen unter null liegt. Die Gesamtnachfrage ist um 73 Prozent gefallen. Dies könnte darauf hindeuten, dass institutionelle Käufer den Markt führen, während Einzelhandelsanleger zögerlich bleiben.