Citi-Analysten warnen, dass Quantencomputer schneller als erwartet fortschreiten und Bitcoin deutlich stärker gefährden als Ethereum. Der Grund liegt weniger in der Technologie als in Bitcoins konservativer Governance-Struktur, die schnelle Sicherheits-Updates erschwert.
Quantencomputer könnten bereits zwischen 2030 und 2032 eine praktische Bedrohung für Kryptowährungen darstellen. Bitcoins Anfälligkeit ist struktureller Natur: Transaktionen offenbaren den öffentlichen Schlüssel des Absenders kurzzeitig im Netzwerk, was Quantenangreifern theoretisch ermöglichen würde, den privaten Schlüssel abzuleiten und Vermögen umzuleiten. Google schätzt, dass eine 500.000-Qubit-Maschine diese Verschlüsselung in Minuten knacken könnte.
Das eigentliche Problem liegt in Bitcoins dezentralisierter Governance. Eine Migration zu quantenresistenter Kryptographie erfordert breiten Konsens, umfangreiche Tests und wahrscheinlich einen Hard Fork – ein notorisch schwieriger Prozess. Bitcoins konservatives, konsensgetriebenes Modell, das seiner Glaubwürdigkeit zugute kommt, macht schnelle Protokolländerungen langsam und umstritten.
Ethereum und andere Proof-of-Stake-Netzwerke sind besser positioniert. Sie verfügen über flexiblere Governance-Strukturen und eine Historie regelmäßiger Protokoll-Updates. Besonders kritisch ist Bitcoins Dormant-Coin-Problem: 6,7 bis 7 Millionen BTC lagern in Wallets mit bereits exponierten öffentlichen Schlüsseln – ein konzentriertes Angriffsziel. Citi empfiehlt, auf die Upgrade-Vorschläge BIP-360 und BIP-361 als Indikatoren für Bitcoins Quantenbereitschaft zu achten.