StartseiteNewsBIS-Studie: Blockchain-Kennzahlen sind oft unzuverlässig
Markt16. September 2026

BIS-Studie: Blockchain-Kennzahlen sind oft unzuverlässig

Eine Analyse der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich zeigt, dass gängige On-Chain-Metriken bei Bitcoin, Ethereum und Stablecoins stark voneinander abweichen können. Je nach Berechnungsmethode entstehen Unterschiede bis zum Sechsfachen – ein grundsätzliches Problem der Blockchain-Datenanalyse.

Die BIS-Studie basiert auf der Auswertung von 100 Milliarden Datensätzen aus drei Netzwerken und deckt ein fundamentales Messproblem auf: Bei Bitcoin werden Wechselgeldtransaktionen (Change Outputs) oft fälschlicherweise als tatsächliche Kapitalüberträge gezählt. Dies führt dazu, dass das gemessene Transfervolumen je nach Methode um das Sechsfache voneinander abweichen kann – obwohl technisch kein Kapital zwischen verschiedenen Parteien ausgetauscht wurde.

Nicht nur Transferdaten sind betroffen. Auch die Bewertung von Bitcoin-Beständen unterscheidet sich erheblich: Die konventionelle Marktkapitalisierung (Preis × Umlaufmenge) lag zeitweise bis zu viermal über der sogenannten Realized Capitalization, die jeden Bitcoin zum Kurs seiner letzten Bewegung bewertet. Solche Unterschiede zeigen, dass etablierte Kennzahlen je nach Definition zu völlig anderen Ergebnissen führen.

Ethereum und Stablecoins leiden unter ähnlichen Klassifizierungsproblemen. Von 67,5 Millionen untersuchten Smart Contracts ließen sich rund 54 Millionen nicht eindeutig kategorisieren. Auch USDT nutzen unterschiedliche Blockchains (Ethereum, Tron) völlig verschieden. Die BIS-Forschung verdeutlicht damit: Öffentliche Blockchain-Daten ermöglichen oft keine präzise ökonomische Interpretation technischer Vorgänge.

Jeden Montag im Postfach
Bitcoin, Ethereum, Regulierung, Börsen-News — kompakt zusammengefasst. Kein Rauschen, nur das Wichtigste.
✓ Kostenlos✓ 5 Minuten lesen✓ Kein Spam✓ Jederzeit abbestellbar

Weitere Markt-News