Nach dem Bybit-Hack fordert Bitget-CEO Gracy Chen THORChain auf, gestohlene Gelder zu blockieren. THORChain lehnt ab – was eine grundsätzliche Debatte über Dezentralisierung und Verantwortung entfacht. Unterdessen stellt Vitalik Buterin Ethereums Zukunft als „kryptographischer Weltcomputer" vor.
Der 1,5-Milliarden-Dollar-Hack auf die Börse Bybit, dem nordkoreanische Hacker zugeordnet werden, offenbarte ein Sicherheitsdilemma in der Krypto-Branche. Bitget-CEO Gracy Chen identifizierte verdächtige Ähnlichkeiten mit früheren Diebstählen und forderte das dezentralisierte Protokoll THORChain öffentlich auf, die mit dem Anschlag verknüpften Adressen zu blockieren. Chen argumentierte, dass Dezentralisierung „kein Schild für gestohlene Gelder sein darf" – THORChain lehnte diese Bitte jedoch ab.
Die Ablehnung entfachte eine heftige Debatte: Dezentralisierungs-Verfechter wie Joel Valenzuela warnen vor einem „Zensur-Präzedenzfall", der die Cypherpunk-Ideologie untergraben würde. Kritiker hingegen weisen darauf hin, dass THORChain deutlich weniger dezentralisiert ist als Bitcoin oder Ethereum und selbst bei einem 10,7-Millionen-Dollar-Hack 2024 schnell eingegriffen hat. Unklar bleibt, ob THORChain technisch überhaupt Adressen blockieren kann, da das Admin-Key im Februar 2025 außer Betrieb genommen wurde. Paradoxerweise profitierte THORChains nativer Token RUNE von der Kontroverse mit einem 50-Prozent-Anstieg in einer Woche.
Ethereum-Gründer Vitalik Buterin präsentierte derweil eine Vision, die über Blockchain hinausgeht: Ein hybrider Aufbau mit Zero-Knowledge-Proofs, Parallelverarbeitung, Datenschutz und Post-Quanten-Technologie soll Ethereum zum echten „kryptographischen Weltcomputer" transformieren. Buterin deutet an, dass der geplante Hegota-Fork nächstes Jahr der letzte „normale" Hard Fork sein könnte – ein Indiz für die fundamentale Neuausrichtung des Netzwerks.