Die Bank Standard Chartered prognostiziert einen 50-fachen Anstieg des Aave-Tokens (AAVE) von aktuell etwa $70 auf $3.500 bis 2030. Die optimistische Prognose basiert auf dem erwarteten Wachstum des DeFi-Marktes, birgt aber erhebliche Unsicherheiten.
Standard Chartered hat am Mittwoch eine Kaufempfehlung für Aaves nativen Token AAVE mit einem Kursziel von $3.500 bis Ende 2030 initiiert. Der aktuelle Kurs lag bei etwa $70. Laut der Bank soll der Token in Etappen steigen: bis Ende 2024 auf $180, dann auf $600, $1.200 und $2.200 in den folgenden Jahren. Damit würde AAVE sein bisheriges Allzeithoch von $661 aus dem Jahr 2021 deutlich übertreffen.
Die Prognose kommt zu einem Zeitpunkt, da sich Aave von erheblichen Verlusten erholt. Im April führte ein Exploit auf der kleineren DeFi-Plattform KelpDAO zu einem Vertrauensverlust, der auch Aave traf: Die Einlagen halbieren sich seitdem von $44 Milliarden auf $23 Milliarden, die aktiven Kredite sanken von $18 Milliarden auf $9,5 Milliarden. Standard Chartered argumentiert jedoch, dass das Schlimmste vorbei ist und die Einlagen seit Juni wieder anwachsen.
Die bullische These von Standard Chartered stützt sich auf das erwartete Wachstum des gesamten DeFi-Marktes um das 37-fache auf $2,7 Billionen bis 2030. Dieses Wachstum soll durch steigende Stablecoin-Nutzung, tokenisierte Vermögenswerte von traditionellen Finanzinstituten und höhere Kryptopreise getrieben werden. Da Aave seine Gebühren primär aus Zinsaufschlägen generiert, sollte die Tokenrentabilität ähnlich wachsen.
Die Prognose bleibt jedoch spekulativ. Standard Chartered gibt selbst zu, dass die Skalierung des institutionellen Ausleiharms „Aave Horizon" zwar erreichbar, aber bisher unbewiesen ist und entscheidend von Partnerschaften mit traditionellen Finanzunternehmen abhängt.