Experten warnen, dass selbst große Bestände an US-Staatsanleihen Stablecoin-Anbieter wie Tether und Circle nicht vor einer plötzlichen Liquiditätskrise bewahren können. Das Vertrauen der Nutzer bleibt das kritischste Risiko.
Die beiden führenden Stablecoin-Emittenten Tether und Circle haben ihre Reserven in den letzten Jahren zunehmend in US-Staatsanleihen (T-Bills) angelegt. Dies sollte die Sicherheit ihrer Stablecoins USDT und USDC erhöhen. Branchenexperten argumentieren jedoch, dass diese Strategie allein gegen einen „Bank-Run"-ähnlichen Szenario nicht ausreicht, wenn Nutzer massenhaft ihre Coins verkaufen wollen.
Das zentrale Problem liegt in der Liquidität während extremer Marktbedingungen. T-Bills sind zwar sichere Vermögenswerte, lassen sich aber nicht sofort in bar umwandeln. In einer Panikphase könnten Tether und Circle nicht schnell genug Reserven mobilisieren, um alle Auszahlungswünsche zu erfüllen – unabhängig davon, wie groß die Bestände sind.
Das größte Risiko bleibt das Vertrauen der Anleger. Sobald Spekulationen über die Zahlungsfähigkeit eines Stablecoin-Anbieters entstehen, können diese zum Verursacher einer tatsächlichen Krise werden. Eine technische oder regulatorische Schockwelle könnte ausreichen, um einen Vertrauenszusammenbruch auszulösen.