Das ehemals größte Bitcoin-Mining-Pool Poolin hat am 22. Juli Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen schuldet etwa 11.700 Nutzern 163,7 Millionen Dollar, die seit September 2022 eingefroren sind. Der Verkauf der texanischen Mining-Anlagen soll teilweise Entschädigungen ermöglichen.
Poolin Technology, das Singapur-basierte Unternehmen, das einst eines der weltweit größten Bitcoin-Mining-Pools betrieb, reichte am 22. Juli beim U.S. Bankruptcy Court for the District of New Jersey eine Chapter-11-Insolvenz ein. Das Unternehmen wurde 2017 von ehemaligen Bitmain-Mitarbeitern gegründet und kontrollierte auf seinem Höhepunkt etwa ein Fünftel der globalen Bitcoin-Hashrate. Neben der Singapurer Zentrale sind auch zwei US-amerikanische Tochterunternehmen betroffen.
Die Krise begann im September 2022, als Poolin die Abhebungen für sein Wallet-Produkt und Pool-Konten stoppte und „Liquiditätsprobleme" anführte. Statt Kunden zu entschädigen, gab das Unternehmen IOU-Token aus – digitale Schuldscheine, die bis heute nicht eingelöst wurden. Diese unzahlbaren IOUs sind mit 163,7 Millionen Dollar die größte Verbindlichkeit in der Insolvenz.
Die texanischen Mining-Betriebe wurden bereits am 10. Juli stillgelegt. Zur Rückzahlung der Schulden wird die Hardware versteigert: Das Unternehmen Thor CALAP LLC hat ein Eröffnungsgebot von 52 Millionen Dollar abgegeben. Diese Summe deckt jedoch nur einen Bruchteil der Forderungen ab. Experten zufolge könnte sich die Rückzahlung der 11.700 betroffenen Nutzer über Jahre hinziehen.