Polen verhindert eine Gesetzesnovelle zur Krypto-Regulierung, während die Ermittlungen gegen die zusammengebrochene Börse Zondacrypto ausgeweitet werden. In den USA zeigt sich unterdessen Bewegung bei der Verabschiedung des CLARITY Act.
Das polnische Parlament scheiterte daran, das Veto von Präsident Karol Nawrocki gegen ein Krypto-Regulierungsgesetz zu überstimmen. Bei der Abstimmung erhielt das Vorhaben 241 Ja-Stimmen und verfehlte damit die erforderliche Drei-Fünftel-Mehrheit um 25 Stimmen. Das Gesetz sollte die Überwachung des polnischen Digitalwertmarktmarkts verschärfen.
Der Zeitpunkt des Votums ist kritisch: Parallel weitet sich die Untersuchung der zusammengebrochenen Krypto-Börse Zondacrypto aus. Premierminister Donald Tusk verwies auf Zeugenaussagen, die von Zahlungen und Beeinflussungsversuchen gegenüber Politikern der vorherigen Regierung berichten. Der estnische Betreiber BB Trade Estonia meldete Insolvenz an, polnische Staatsanwälte ermitteln gegen Betrugsverdacht und mutmaßliche Geldwäsche.
In den USA hingegen gab die National Sheriffs' Association ihre Gegnerschaft zum CLARITY Act auf und wechselte zur neutralen Position. Das Gesetz regelt die Marktstruktur für digitale Vermögenswerte und war bislang umstritten – Sicherheitsbehörden fürchteten, dass Ausnahmen für Krypto-Mixer die Verfolgung von Transaktionen erschweren könnten. Das Repräsentantenhaus verabschiedete den CLARITY Act bereits im Juli 2025; eine Senatsentscheidung könnte in diesem Monat folgen.