StartseiteNewsOpenAI und die Navier-Stokes-Kontroverse: Wer löste das Million-Dollar-Problem?
Markt08. September 2026

OpenAI und die Navier-Stokes-Kontroverse: Wer löste das Million-Dollar-Problem?

OpenAI kündigte an, ein Jahrhundert-altes Mathematik-Problem mit KI gelöst zu haben. Ein NYU-Mathematiker wirft dem Unternehmen jedoch vor, sein unpubliziertes Forschungsergebnis geklaut und ihn unter Druck gesetzt zu haben.

OpenAI gab am Dienstag bekannt, dass sein KI-Modell einen Beweis für die Navier-Stokes-Gleichungen erbracht hat – ein Problem aus der theoretischen Physik, das mit einem Million-Dollar-Preis der Clay Mathematics Institute dotiert ist. Die Lösung soll 88 Stunden und etwa 10.000 koordinierte KI-Agenten benötigt haben und wurde durch das Programm Lean verifiziert, das mathematische Beweise Schritt für Schritt überprüft.

Doch die vermeintliche Triumph-Meldung wurde durch schwerwiegende Vorwürfe überschattet. Der NYU-Mathematiker Tristan Buckmaster behauptet, dass er und Levent Alpöge von Anthropic bereits am 22. August eine Lösung gefunden hatten. Er wirft OpenAI-Mitarbeiter Sébastien Bubeck vor, von diesem Projekt erfahren zu haben und ihn daraufhin unter Druck gesetzt zu haben, um die Veröffentlichungsrechte zu sichern.

Nach Buckmasters Aussage soll Bubeck ihm zwei Optionen präsentiert haben: Entweder OpenAI veröffentlicht einen Tag nach Buckmasters Team, oder Buckmaster veröffentlicht allein – wobei Alpöge wegen seiner Zugehörigkeit zu Anthropic ausgeschlossen werden sollte. OpenAI, Bubeck und CEO Sam Altman bestreiten die Vorwürfe und behaupten, dass Bubeck Buckmaster sogar das Recht zur Veröffentlichung angeboten habe.

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