OpenAI hat GPT-6 Astra am 3. September veröffentlicht und sorgt damit für gemischte Reaktionen. Während das Modell bei visuellen und mechanischen Aufgaben Rekorde bricht, zeigt es Schwächen beim Schreiben und kostet 2,5-mal mehr als sein Vorgänger.
GPT-6 Astra kostet $10 pro Million Input-Token und $50 pro Million Output-Token – eine deutliche Preissteigerung gegenüber GPT-5.6 Sol. Entwickler mit Frühzugang haben beeindruckende Anwendungsfälle demonstriert: Sie erstellten Manhattan Street-by-Street in Unreal Engine, bauten ein 3D-Hangzhou-Modell in 24 Minuten und entwickelten einen Multiplayer-Shooter an einem Tag. Diese Leistungen zeigen die herausragende Kompetenz des Modells bei räumlichen und agentiven Aufgaben.
Das Kernfeature ist die Computer-Bedienung: Astra steuert Maus und Tastatur auf echten Desktops, statt nur Anweisungen zu geben. Beim OSWorld 2.0-Test absolvierte das Modell 72,6 Prozent alltäglicher Desktop-Aufgaben in etwa 40 Minuten. OpenAI stuft Astra zudem als das erste Modell ein, das kritische Schwellwerte in der Cybersicherheit erreicht – es kann unbekannte Software-Sicherheitslücken finden und funktionsfähige Angriffe konzipieren.
Allerdings zeigt sich ein deutlicher Schwachpunkt: Unabhängige Tester bewerteten die Schreib-Leistung unterhalb des Vorgängers, Artificial Analysis dokumentierte einen Rückgang von etwa 80 Elo-Punkten bei anspruchsvollen professionellen Texten. GPT-6 Astra ist damit ein hochspezialisiertes Modell mit klaren Stärken und Schwächen.