Zwei Kryptowährungs-Milliardäre haben Nigel Farages Reform UK insgesamt 72 Millionen Pfund (97 Millionen Dollar) gespendet. Die Spenden sind die größten, die jemals an eine britische Partei flossen, sorgen aber für erhebliche politische Kontroversen.
Ben Delo, Co-Gründer der Kryptobörse BitMEX, spendete zunächst 36 Millionen Pfund an Reform UK. Ein Tag später kündigte Christopher Harborne eine identische Spende an und verdoppelte damit die Summe auf insgesamt 72 Millionen Pfund. Harborne betonte in der Telegraph, dass er keine Gegenleistungen erwarte: „Kein Adelstitel, keine Politikänderungen, nur eine Partei, die bereit für die Regierung ist." Delo begründete seine Spende damit, dass er einen „fairen Wettbewerb" bei den Wahlen ermöglichen wolle.
Die enormen Zuwendungen von Krypto-Milliardären haben in Großbritannien zu erheblicher Kritik geführt. Labour-Abgeordnete diskutierten daraufhin über ein Verbot von Kryptospenden an politische Parteien. Im Juli 2025 war Farage bereits unter Druck geraten, nachdem er Millionen von Geschenken aus der Kryptoindustrie erhalten hatte. Der britische Politiker bestritt Fehlverhalten, trat aber trotzdem aus dem Unterhaus zurück und gewann die folgende Nachwahl mit 63 Prozent der Stimmen.
Delo zählt zu den kontrovers diskutierten Figuren der Kryptoindustrie. Er hatte sich 2022 schuldig bekannt, gegen das US-amerikanische Bank Secrecy Act verstoßen zu haben, zahlte eine Geldstrafe von 10 Millionen Dollar und vermied Gefängniszeit. Im März 2025 erhielt Delo zusammen mit seinen Co-Gründern von US-Präsident Donald Trump eine präsidiale Begnadigung.