Moonshot AI hat mit Kimi K3 ein leistungsstarkes KI-Modell veröffentlicht, das westliche Konkurrenten gleichkommt. Die Ankündigung löste Panik an den globalen Märkten aus und drückte besonders Halbleiter- und Tech-Aktien massiv nach unten.
Moonshot AI, das von Alibaba unterstützt wird, präsentierte am Donnerstag Kimi K3, ein offenes KI-Modell mit 2,8 Billionen Parametern. In unabhängigen Benchmarks rangiert K3 auf Augenhöhe mit Modellen wie Claude Fable 5 und GPT-5.6 Sol und schlägt diese in einzelnen Kategorien. Besonders bemerkenswert: Das Modell soll ab dem 27. Juli unter einer modifizierten MIT-Lizenz öffentlich verfügbar sein, was es Kleinlaboren kostenlos zugänglich macht.
Die Marktreaktion fiel heftig aus. Am Freitag stürzten Halbleiter- und KI-Aktien weltweit ab – das Nasdaq fiel um 1,5 Prozent, Taiwans Benchmark um mehr als 6 Prozent. Der VanEck Semiconductor ETF brach unter wichtige Unterstützungsniveaus ein und notiert nun über 20 Prozent unter seinen Höchstständen von Juni. Der Grund für die Panik: Kimi K3 bestätigt einen Trend, der mit DeepSeeks R1 im Januar 2025 begann – chinesische Labs schließen die Leistungslücke rasant, ohne dabei die Infrastrukturausgaben westlicher Unternehmen zu rechtfertigen.
Wall Street-Analysten interpretierten die Veröffentlichung unterschiedlich. Während Bernstein-Analyst Robin Zhu sie als „bestätigende Datenpoint" eines bereits bekannten Trends einordnete, betonte Morgan Stanleys Gary Yu den stetigen Fortschritt: Kimi K3 zeige, dass chinesische KI-Modelle bei Größe, Leistung und Preis aufgeholt haben. Mit einer aktuellen Bewertung von 31,5 Milliarden Dollar ist Moonshot nun ein bedeutender Player im globalen KI-Wettbewerb.