Das Startup Tavus hat ein neues KI-Modell namens Griffin entwickelt, das in 48 % der Tests Menschen davon überzeugt hat, mit einer echten Person zu sprechen. Das System verarbeitet Gesichtsausdrücke, Pausen und Sprache in Echtzeit.
Tavus stellte sein neues "Human Interaction Model" Griffin am 1. Oktober vor. In Tests mit 54 Teilnehmern glaubten 26 von ihnen nach einem einminütigen Videoanruf, mit einem echten Menschen gesprochen zu haben. Das Vorgängermodell erreichte bei 41 Teilnehmern nur eine ähnliche Bewertung. Die Teilnehmer wurden vorab darüber informiert, dass sie mit einer anderen Person sprechen würden – erst nach dem Anruf wurden sie gefragt, ob ihnen ein Verdacht gekommen sei.
Das System überzeugt durch Echtzeit-Verarbeitung von Mimik, Pausen und verbaler Kommunikation. Im NVIDIA VideoFDB-Benchmark erreichte Griffin-Lite beim "Generation Track" einen Wert von 3,83 Punkten (Referenzmensch: 3,92). Das nächstbeste System kam nur auf 2,80 Punkte. Beim "Perception Track", der das Verständnis misst, zeigte sich noch Entwicklungspotenzial: Griffin-Lite erreichte 3,73 Punkte gegen 4,20 Punkte beim Menschen.
Die Ergebnisse stammen aus Tavus' eigener Forschung und sind bislang nicht unabhängig verifiziert. Experten weisen darauf hin, dass das Testverfahren nicht dem klassischen Turing-Test entspricht und keinem standardisierten Protokoll folgt. Tavus arbeitet derzeit an Sicherheitsmaßnahmen und hat Griffin-Lite auf ausgewählte vertrauenswürdige Tester beschränkt.