David Solomon von Goldman Sachs positioniert sich für eine klare Krypto-Regulierung und bricht damit mit großen Teilen der Bankbranche. Der CEO sieht in der Clarity Act die Chance für marktgerechte Innovation und institutionelle Teilhabe am Kryptomarkt.
Goldman Sachs Chairman und CEO David Solomon hat sich öffentlich für die Verabschiedung der Crypto Clarity Act ausgesprochen – ein ungewöhnlicher Schritt innerhalb der Wall Street. In einem Interview mit Politico erklärte Solomon: „Ich unterstütze es sehr, die Clarity Act voranzutreiben, damit wir eine Marktstruktur schaffen können und den Innovationsprozess in Gang setzen." Das Gesetz soll kryptographische Vermögenswerte rechtlich regulieren und sie überwiegend als Nicht-Wertpapiere außerhalb der SEC-Kontrolle einstufen.
Solomons Position unterscheidet sich erheblich von der restlichen Bankbranche. Während JPMorgan-Chef Jamie Dimon und mehrere Bankenverbände gegen bestimmte Bestimmungen kämpfen, argumentiert Solomon für einen pragmatischen Ansatz. Er räumte ein, dass die Gesetzesvorlage „wie alle Gesetzgebung" nicht perfekt ist, sieht aber ihren Hauptwert darin, „ein gleichberechtigtes Spielfeld zu schaffen und diese Märkte angemessen zu entwickeln". Für Goldman könnte das Gesetz mehr institutionelle Investoren in den Kryptomarkt bringen.
Kern des Streits ist die Frage, wie Stablecoin-Renditen reguliert werden sollen. Kryptounternehmen wie Coinbase bieten derzeit 3–5 % APY auf stabile Coins wie USDC an – deutlich über dem, was traditionelle Banken auf Sparkonten zahlen. Die Bankbranche sieht darin einen Wettbewerbsnachteil und möchte diese Praktik durch die Clarity Act einschränken. Solomons Unterstützung für den Gesetzentwurf trotz dieser Differenzen könnte das Gesetzgebungsverfahren vor der angestrebten Senatsbstimmung vor der Augustpause entscheidend beeinflussen.