Der Vermögensverwalter Franklin Templeton argumentiert, dass autonome KI-Agenten künftig auf Blockchain-Netzwerken statt auf traditionellen Zahlungssystemen laufen werden. Das Unternehmen sieht darin den langgesuchten „Killer Use Case" für Kryptowährungen wie Solana und Ethereum.
Sandy Kaul, Leiter Digital Assets and Innovation bei Franklin Templeton, hat in einem veröffentlichten Paper eine klare These aufgestellt: Agentic AI – also Software, die autonom in ihrem Namen handelt, bezahlt und entscheidet – benötigt Blockchain-Infrastruktur. Die Thesis folgt einer einfachen Logik: Während traditionelle Zahlungssysteme für menschliches Tempo ausgelegt sind, müssten autonome KI-Agenten potenziell tausende Mikrotransaktionen pro Stunde ausführen – etwas, das klassische Bankensysteme nicht bewältigen können.
Blockchains bieten hier einen entscheidenden Vorteil: Sie verarbeiten Transaktionen nicht nur schneller, sondern begleichen sie auch unmittelbar, ohne Verzögerungen. Während die Visa-Netzwerk 1–3 Geschäftstage für die Abwicklung benötigt, settlen moderne Blockchains wie Solana (6.284 TPS) oder Aptos (12.933 TPS) Transaktionen in Echtzeit. Damit könnten sie das Transaktionsvolumen autonomer KI-Systeme theoretisch bewältigen.
Die wirtschaftliche Relevanz ist erheblich: Prognosen deuten darauf hin, dass KI-Agenten bis 2030 zwischen 15 und 25 Prozent des US-E-Commerce ausmachen könnten. Franklin Templeton, das knapp 1,8 Billionen Dollar verwaltet, sieht in dieser Entwicklung einen neuen Anwendungsfall, der die breite Adoption von Kryptowährungen vorantreiben könnte – deutlich stärker als bisherige Ansätze.