Die europäische Finanzaufsichtsbehörde ESMA hat auf erhebliche Rechtslücken bei der Regulierung von Prognosemärkten wie Polymarket und Kalshi hingewiesen. Die fehlende EU-Autorisierung dieser Plattformen könnte zu Risiken für Anleger und einem fragmentierten Markt führen.
Die ESMA (European Securities and Markets Authority) hat in einer aktuellen Stellungnahme kritisiert, dass große internationale Prognosemärkte wie Polymarket und Kalshi ohne entsprechende europäische Lizenzierung operieren. Diese Plattformen ermöglichen es Nutzern, auf zukünftige Ereignisse zu wetten – ein Geschäftsmodell, das in der EU rechtlich nicht eindeutig geregelt ist. Die Behörde sieht darin ein erhebliches Risiko für Verbraucherschutz und Marktintegrität.
Das Fehlen harmonisierter Regelungen führt zu einem Flickenteppich unterschiedlicher nationaler Vorschriften innerhalb der Europäischen Union. Während einige Länder Prognosemärkte unter Glücksspielgesetze subsumieren, ordnen andere sie als Finanzinstrumente ein. Diese Unklarheit schafft Rechtsunsicherheit für Anbieter und Nutzer gleichermaßen und erschwert eine effektive Aufsicht.
Die ESMA fordert die EU-Gesetzgeber auf, klare und einheitliche Regelungen für Prognosemärkte zu schaffen. Eine solche regulatorische Klarheit könnte nicht nur zum Schutz von Verbrauchern beitragen, sondern auch legitimen Anbietern ermöglichen, legal in Europa tätig zu sein. Ohne entsprechende Maßnahmen werden Prognosemärkte wahrscheinlich weiterhin in einem grauen Bereich operieren.