Die US-Behörde CFTC hat zwei neue Regulierungsrahmen angekündigt, die Kryptobörsen unter Bundesaufsicht stellen würden – auch wenn sie nur vollständig bezahlte Spot-Deals anbieten. Auslöser ist bereits das bloße Angebot von Hebelprodukten.
Die CFTC veröffentlichte am 5. Oktober zwei verknüpfte Regulierungsvorhaben: Die „Regulation CTX" (Crypto Asset Transactions) definiert, wann Kryptogeschäfte in die CFTC-Zuständigkeit fallen. Die „Regulation CAM" (Crypto Asset Markets) würde eine spezialisierte Börsenlizenz schaffen, ähnlich dem Status von Terminbörsen. Beide Regelwerke sind noch nicht in formaler Gestalt vorgelegt worden.
Der entscheidende Punkt ist die Hebelwirkung: Schon das Angebot von Hebeln – etwa in Standard-Dokumenten bei der Kontoeröffnung – könnte dazu führen, dass auch vollständig bezahlte Spot-Trades unter CFTC-Aufsicht fallen. Dies betrifft nur Positionen, die auf den internen Büchern der Börse liegen. Eine Ausnahme bietet die „tatsächliche Lieferung": Wenn Kunden ihre privaten Schlüssel selbst halten und Tokens direkt in ihre Wallets transferiert werden, fällt dies nicht unter die Regel.
Börsen könnten künftig nur noch über als „Futures Commission Merchants" registrierte Broker Hebel anbieten. Hebelprodukte dürften danach nur von solchen Brokern oder unterstützenden Banken bereitgestellt werden. Börsen ohne Hebelprodukte könnten hingegen weiterhin unter staatlichen Money-Transmitter-Lizenzen operieren. CFTC-Chef Michael Selig begründet die Pläne als Präventionsmaßnahme gegen betrügerische Systeme wie FTX. Eine formale Stellungnahmefrist von 60 Tagen beginnt erst nach Veröffentlichung im Federal Register.