Die US-Behörde CFTC hat neue Regeln verabschiedet, die Vorhersagemarkt-Verträge als „Swaps" unter ihre Aufsicht stellen, während traditionelle Glücksspiele ausgeschlossen bleiben. Dies stärkt ihre Autorität gegenüber Plattformen wie Kalshi und Polymarket und könnte einen Rechtsstreit mit einzelnen Bundesstaaten entscheiden.
Die Commodity Futures Trading Commission verabschiedete am Freitag zwei Maßnahmen, um ihre Jurisdiktion über Vorhersagemarkt-Verträge zu sichern. Die erste – eine zur öffentlichen Kommentierung offene Regeländerung – definiert Verträge auf Sportereignisse, Politik, Kultur und Wetter ausdrücklich als „Swaps" und damit als Finanzderivate. Laut CFTC-Chef Michael Selig sind diese Produkte „eindeutig Rohstoffderivate" und unterliegen ausschließlich der Bundesbehörde, nicht den einzelnen Bundesstaaten.
Die zweite Maßnahme, eine sofort gültige Interimregel, grenzt ab, welche Produkte nicht unter die CFTC-Autorität fallen: Casino-ähnliche Glücksspiele wie Sportwetten und Casinospiele sind keine Derivate und bleiben staatlichen Behörden überlassen. Diese Unterscheidung ist zentral für den laufenden Jurisdiktionsstreit, da mehrere Bundesstaaten Vorhersagemarkt-Plattformen wegen illegalen Glücksspiels verklagt haben.
Die Regeländerungen formalisieren Vorschläge, die die CFTC bereits an das Weiße Haus eingereicht hat. Der Supreme Court beschäftigt sich bereits mit der Frage, ob Vorhersagemarkt-Verträge bundesweit regulierte Swaps sind – ein Urteil könnte die neue CFTC-Regelung jedoch wieder überprüfen.