Die Kryptobörse BitMEX stellt nach 11 Jahren den Betrieb ein, während gleichzeitig ein Kartellverfahren droht. Parallel zeigt sich die Branche bei der Regulierung fragmentiert – ein geplantes US-Gesetz zum Schutz von Entwicklern hat nur noch 38 Prozent Erfolgschancen.
BitMEX, Pionier des Krypto-Derivatehandels, wird im September 2025 seine Operationen einstellen. Die Börse, die 2014 gegründet wurde und durch 100er-Hebel auf Perpetual Swaps bekannt wurde, verlor in den letzten Jahren massiv Marktanteile an Konkurrenten wie Binance und dezentralisierte Plattformen. Ihr Marktanteil bei Bitcoin-Futures ist auf 0,08 Prozent gefallen. Mit dem Schließungsangebot kam auch die Nachricht eines Kartellverfahrens gegen BitMEX – die Plattform soll Liquidationen manipuliert haben. BitMEX bestreitet die Vorwürfe.
Die Schließung von BitMEX und die kurz darauf angekündigte Schließung von BitMart unterstreichen eine Konsolidierungswelle in der Branche. Die fünf größten Plattformen kontrollieren mittlerweile etwa 80 Prozent des globalen Spothandels, während kleinere und regionale Börsen unter Druck geraten und keine realistische Perspektive zum Wachstum mehr haben.
Auf politischer Ebene kämpft die Branche um Klarheit: Das CLARITY-Gesetz zum Schutz von Protokoll-Entwicklern wird von Goldman Sachs, Fidelity und Polizeiverbänden unterstützt, doch die Chancen auf eine Verabschiedung in diesem Jahr liegen nur noch bei 38 Prozent. Parallel haben S&P Dow Jones und Pantera Capital einen institutionellen Krypto-Index gelauncht – auffällig ist allerdings, dass Bitcoin und XRP ausgeschlossen wurden.