Bitcoin schließt Juli mit einem Plus von etwa 7,5% ab, obwohl der Markt mit Zinserhöhungsängsten und Sicherheitsvorfällen kämpft. Analysten sehen einen Grund für die relative Stabilität: Überschüssige Hebelposition wurden bereits im Juni abgebaut, wodurch erzwungene Verkäufe begrenzt blieben.
Bitcoin ist trotz erheblicher Gegenwinds relativ stabil geblieben. Neben steigenden Zinserhöhungserwartungen und fallenden Aktienmärkten belastete auch ein Sicherheitsvorfall beim Hardware-Wallet Coldcard den Markt, bei dem mindestens 38 Millionen Dollar an Bitcoin gestohlen wurden. Dennoch konsolidiert sich der Kurs über den Bäremarkt-Tiefständen und zeigt damit eine größere Widerstandskraft als traditionelle Aktienindizes.
Der Grund für diese Stabilität liegt in der veränderten Marktstruktur. Analysten der Börse Bitfinex zufolge hatte die Krypto-Branche vor der Fed-Sitzung deutlich weniger Hebelpositionen als der Aktienmarkt. Als die Derivate-Trader im Juni liquidiert wurden – Bitcoin fiel damals unter 58.000 Dollar – wurden die spekulativen Positionen großflächig abgebaut. Seitdem bleiben die täglichen Liquidationen deutlich unter dem typischen Jahresschnitt von 400–500 Millionen Dollar, was auf begrenzte erzwungene Verkäufe hindeutet.
Für die kommenden Wochen bleibt die Makro-Unsicherheit das dominierende Thema. Anleger konzentrieren sich auf die US-Jobdaten und die weitere Geldpolitik der US-Notenbank, da diese Faktoren über die Rückflüsse in Spot-Bitcoin-ETFs entscheiden könnten. Der Coldcard-Exploit wirft zudem Fragen zur Sicherheit von Self-Custody auf und könnte mittelfristig Druck auf die Bitcoin-Kurse ausüben.